Technik

EU einigt sich auf abgespecktes KI-Haftungsrecht

Unterhändler haben sich auf einen reduzierten Haftungsrahmen für KI-Systeme geeinigt und mehrere Bestimmungen fallen gelassen, die von Mitgliedstaaten abgelehnt worden waren.

Veröffentlicht 29. August 2026, 06:45· Aktualisiert vor 3 TagenVon Noah Whitfield · 3 Min. Lesezeit
Abstrakte Waage der Gerechtigkeit, ausbalanciert über einer Landschaft aus Schaltkreisen unter blassem Himmel
EU negotiators reached a scaled-back compromise on AI liability rules after weeks of member-state opposition. · Newsflint

Das Wichtigste

  • EU-Unterhändler haben sich auf einen reduzierten KI-Haftungsrahmen geeinigt
  • Eine obligatorische Versicherungspflicht wurde gestrichen
  • Die abgestufte Offenlegungspflicht für Hochrisikoanwendungen bleibt bestehen
  • Eine formelle Abstimmung ist für die kommenden Monate vorgesehen

Warum es zähltDer Kompromiss legt die Grundzüge der KI-Rechenschaftspflicht im grössten europäischen Markt fest und wird beeinflussen, wie Anbieter Offenlegungsfunktionen gestalten.

EU-Unterhändler haben am Freitag nach einem Kompromiss in letzter Minute einen Haftungsrahmen für Systeme der künstlichen Intelligenz verabschiedet, dessen Geltungsbereich gegenüber dem ursprünglichen Entwurf deutlich eingeschränkt wurde.

Laut The Verge streicht der vereinbarte Text die Pflicht für Anbieter von KI-Mehrzwecksystemen, eine obligatorische Versicherung abzuschliessen – eine Bestimmung, die mehrere Mitgliedstaaten abgelehnt hatten. Eine abgestufte Offenlegungspflicht für Hochrisikoanwendungen bleibt hingegen erhalten.

Vertreter der Verhandlungsparteien erklärten, der Rahmen ermögliche es geschädigten Personen, Schadenersatz zu fordern, ohne genau nachweisen zu müssen, wie ein Modell zu seiner Entscheidung gelangt sei. Die Offenlegungspflicht liege beim Anbieter.

Verworrene Bänder juristischer Dokumente, die sich durch leuchtende Knoten eines KI-Netzwerks winden
Mehrere Bestimmungen zu KI-Mehrzwecksystemen wurden gestrichen, bevor die Mitgliedstaaten eine abschliessende Einigung erzielten.

Der Kompromiss stiess bei einigen Verbraucherorganisationen auf Kritik: Sie argumentierten, der Wegfall der Versicherungspflicht schwäche das Regelwerk. Branchenverbände begrüssten die schlankere Lösung und betonten, sie lasse europäischen Entwicklern ausreichend Spielraum im Wettbewerb.

Der Text wird nun in den kommenden Monaten einer formellen Abstimmung unterzogen. Er träte 20 Monate nach Inkrafttreten in Kraft.

Quellen